Die „andere Art des Theaters“


Ein besonderes Theatererlebnis gab es unlängst für die Neuntklässler des Schulzentrums Dömitz. Statt eines fertigen Stücks nahmen die Darsteller des Theaters „Requisit“ aus Wiesbaden die Reuteraner mit in eine rasante Improvisationsschau.

„Mir gefiel diese andere Art des Theaters“, fasste Schülerin Lilian Schröder anschließend die Stimmung ihrer Klasse in Worte und hob besonders heraus, „dass wir das Geschehen selber mit beeinflussen konnten.“ In großartiger Weise gelang es Requisit-Chefin Nora Staeger, in kurzer Zeit einen Draht zu den Jugendlichen zu finden und Neugier zu wecken. „Die Interaktion mit dem Publikum war echt toll“, lobte Schülerin Mena Witt.

Das Improvisationskarussell drehte sich immer schneller. Aus von Schülern zugerufenen Begriffen wurden Szenen erdacht, die die fünf Schauspieler sofort auf die Bühne brachten. „Wie die Darsteller ihre Emotionen gezeigt haben, war sehr ausdrucksstark und man konnte selbst, wenn sie nichts gesagt haben, alles nachvollziehen“, zeigte sich Lilian beeindruckt.

Nach dem Theaterstück zogen sich die Schauspieler mit jeweils einer Schülergruppe in Klassenräume zurück. Das besondere: Bis auf Staeger besteht das gesamte Team aus ehemaligen Suchtmittelabhängigen. „Die Gespräche waren informativ und sehr tiefgründig“, bestätigte Mena und Lilian ergänzt, was ihr in Erinnerung geblieben ist, „sie hat gesagt: ‚ich habe nach den 25 Jahren erst mit meinem Leben begonnen.’“ Das macht nachdenklich und tatsächlich kehrten die Reuteraner mit ernsten Mienen aus den Gesprächsrunden zurück. Die Offenheit der ehemaligen Abhängigen hatte ihnen imponiert, ihre Ehrlichkeit, sowie ihr langer Weg durch und aus der Sucht heraus bisweilen schockiert. Berührend war es auf jeden Fall. (ttr)

Die Mitglieder des Theater- und Suchtprojekts „Requisit“ um Nora Staeger (2. v. unten) fanden einen ganz besonderen Zugang zu den Dömitzer Schülern. | Foto: Tilman Treue

Sammler sind wieder unterwegs


Zum Volkstrauertag wird in Dömitz auch in diesem Jahr zu einer kleinen Gedenkveranstaltung eingeladen. Beginn ist am Freitag, 15. November, um 11.30 Uhr auf der Kriegsgräberstätte des Friedhofs in Dömitz. Für die Umrahmung und Gestaltung der Gedenkveranstaltung zeichnet traditionell der Kurs „Regionalgeschichte“ des Schulzentrums unter Leitung von Katrin Herrmann verantwortlich, der auch diesjahr herzlich dazu einlädt.

Die Schüler teilen außerdem mit, dass in den kommenden Wochen wieder die Sammler in den Ortschaften unterwegs sind. „Wir danken schon jetzt für jede Spende, die den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei seiner Arbeit unterstützen.“

Tradition der Sprachreise lebt fort


Knapp 40 Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasialen Schulzentrums „Fritz Reuter“ Dömitz tauschten im September die Schulbank acht Tage lang gegen eine unvergessliche Reise nach Südengland ein. In die Schule ging es trotzdem; Angst vor dem puren Vokabelpauken brauchte aber keiner haben. Mit Spaß konnten die Schüler während des durch Muttersprachler angeleiteten Unterrichts ihr Englisch aufpolieren.

In Erinnerung bleiben insbesondere die Ausflüge: die englische Südküste, Stonehenge und London gehören wohl zu den Highlights. Abends ging es ins englische Kino und beim Karaoke-Abend wurden neue Talente entdeckt.

Lernen und Urlaub miteinander verbinden – gibt es eine bessere Art sich selbst besser kennenzulernen und selbstbewusster zu werden? Wohl kaum! Mit neuen Menschen und einer neuen Kultur vertraut werden – auch das ist ein weiterer Grund für das Schulzentrum Dömitz, Brexit hin oder her, die Tradition fortzusetzen. (tf)