„Demokratie auf Achse“ gastiert in Dömitz


Es fiel auf, dass kürzlich etliche Jugendliche des Gymnasialen Schulzentrums in den Pausen oder im Bus in kleinen Ausgaben des Grundgesetzes blätterten. Erhalten hatten es die 8. und 9. Klassen der Regionalen Schule und des Gymnasiums bei ihrem Besuch des Projekts „Demokratie auf Achse“ der Landeszentrale für politische Bildung. Zwei Tage lang stand der umgebaute Linienbus auf dem Schulhof in Dömitz. Darin wartete Projektmitarbeiter Carsten Socke auf die beteiligten Klassen, lud sie ein zu Quiz und Gesprächen rund um die Themen Landesgeschichte und Bundespolitik, wobei natürlich auch das Grundgesetz oder Regierungsarbeit zur Sprache kamen. „Am Ende konnten sich alle noch Kartenspiele, Bildungsmaterial oder eben ein Grundgesetz einstecken“, freute sich Sozialkunde-Lehrer Raimund Schneider über das gelungene Projekt. (ttr)

Foto: R. Schneider

Unsere Schüler aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit


Unter dem Motto „Demokratie in Bildern“ erlebten Schülerinnen der 8. Klasse der Regionalschule drei Monate, in denen sie sich einmal wöchentlich mit Katja Pohl trafen um außergewöhnliche Bilder zu gestalten.

Nach Gesprächen zum Thema Demokratie, was sie ausmacht und welche Anforderungen sie an uns alle stellt, wodurch sie bedroht werden könne oder was schon erkämpft wurde, haben die Teilnehmer unterschiedlichste Entwürfe gestaltet. Zu den Themen Homophobie, Fremdenhass und Ausgrenzung wurden auf großen Acrylplatten Farben und Glassteine zu Statements der Jugendlichen verarbeitet. Jeder konnte sich ausprobieren, seine Talente einbringen und hin und wieder gesellten sich Schüler dazu, die neugierig waren und auch gern einmal mitmachten. Es wurde beraten, alle unterstützten sich gegenseitig und natürlich war es klar, dass alle erfolgreich sein wollten.

Woche für Woche arbeiteten die Schülerinnen an ihren Kunstwerken. | Fotos: privat

Die Bilder werden nach den Winterferien in der Friedrich-Franz-Straße in einer Schaufensterausstellung zu sehen sein und danach ihren festen Platz in der Schule bekommen.

Der Schulförderverein des Gymnasialen Schulzentrums „Fritz Reuter“ in Dömitz kümmerte sich um die Förderung des Projektes, die Unterstützung des Landkreises durch das Büros für Chancengleichheit war großartig und die Ideen der Schülerinnen waren sprudelnd, bunt und sehr kreativ.

Das Projekt darf weitergehen und wird im Frühjahr mit einer Fahrt zum Landtag nach Schwerin noch einmal besonders unterstrichen. Hautnah werden die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Arbeit des Parlaments bekommen. Demokratie live erleben.

Wir freuen uns auf eine erneute Zusammenarbeit mit dem Kurs „Moderne Fotografie“, den Klassenlehrern, Mitschülern und allen Interessierten und Unterstützern. (kpo)

So sehen die Kunstwerke aus:

Beeindruckende Aufführung in der Aula


Auf beeindruckende Weise gelang es dem Theaterensemble Radiks aus Berlin vor kurzem, am Schulzentrum Dömitz Themen wie Freundschaft und Fremdenfeindlichkeit, Respekt und Gewalt zu thematisieren. „Sie haben das wirklich gut rübergebracht und stark gespielt“, fand beispielsweise Achtklässlerin Jette Fanslau und auch ihre Mitschüler waren von der Leistung der Schauspieler schlichtweg begeistert.

Joscha (rechts) und Melek begegnen sich voller Vorurteile und Antipathie wieder. Mit ihrem ausdrucksstarken Spiel zogen die Darsteller die Schüler schnell in ihren Bann. | Fotos: Denise Hirte

Das Stück „Wir waren mal Freunde“ erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der in Verdacht gerät, ein in Bau befindliches Asylbewerberheim angezündet zu haben. In der anschließenden Aufarbeitung des Themas begegnet er einer muslimischen Mitschülerin, die er seit der Grundschule aus den Augen verloren hat. Das neuerliche Aufeinandertreffen ist zunächst von den gegensätzlichen Lebensentwürfen und beiderseitiger Ablehnung geprägt. In Rückblenden wird den Fragen nachgegangen, warum die Jugendlichen so unterschiedliche Vorstellungen von Ehre, Herkunft und sozialem Status haben, welche Wertvorstellungen sich daraus ergeben und wie sie damit umgehen.

„Ich fand die Message des Stücks gut“, urteilte Schülerin Madlen Brilz und führte aus, „es sind beide Seiten erklärt worden. Man konnte im Prinzip jeden verstehen.“ Eine Ansicht, die viele Schüler teilten, denn die Macher des Stücks gingen nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Reihen, sondern überließen den Schülern selbst, die Antwort auf die sich aufdrängenden Fragen zu finden. Genau an dieser Stelle setzte der zweite Baustein des Projekts ein: Eine gemeinsame Diskussionsrunde mit den Schauspielern, um dort weiter zu arbeiten, wo das Stück aufhört, selbst zu denken und zu urteilen ohne zu verurteilen.

„Das Stück hat gezeigt, dass man auch zusammenhalten kann und nicht alles ablehnen muss. Und schließlich, was Freundschaft eigentlich ausmacht“, resümierte Marlow Guhlhoff. So wie der Achtklässler fanden viele der Jugendlichen die Aufführung beeindruckend und gewinnbringend. Möglich wurde das Theater in der Aula indes nur durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendklub Neu Kaliß und dessen engagierter Leiterin Karin Koch, sowie dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Letzterer unterstützte den besonderen Auftritt des Ensembles im Rahmen des Projekts „Demokratie leben“ finanziell. (ttr)